Hungriges Krähenkind

Spaziergang auf der Balkonbrüstung

In unserem Garten, mitten in Berlin, mit altem Baumbestand und vielen verwilderten Ecken finden sich nicht nur Kohlmeisen und Blaumeisen ein, dazu der Gartenbaumläufer, die Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen und Kleiber, sondern neben den Greifvögeln auch Elster und Nebelkrähe.

Ein Paar dieser pfiffigen schwarz-grauen Vögel schaut regelmäßig auf meinem Balkon nach Fressbarem. Jetzt kamen sie mit ihren hungrigen Jungen und suchten auch in der Lärche nach Futter.

Futtersuche in der Lärche

Dort saßen sie mit viel Gezeter und ließen sich wunderbar fotografieren. Ich habe gar nicht gewusst, dass sie beim Sperren ein derart rotes „Mäulchen“ zeigen. Das ist ein klassischer Schlüsselreiz im Rahmen des Bettelverhaltens.

Roter Schlüsselreiz beim Futterbetteln

Nebelkrähe | Corneille mantelée | Hooded Crow | Corvus cornix

Et en français: Petite corneille affamée



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4 Kommentare zu “Hungriges Krähenkind

  1. Natürlich sind die putzig, wenn sie fresslustig ihre Schnäbel aufsperren oder hüpfend auf dem Autodach ausrutschen und sich manchmal dabei sogar auf den Hintern setzen müssen. Aber, aber: Bei uns in der Straße wechseln die Herrschaften oft die Schlafbäume. Es empfiehlt sich dann, darauf zu achten. Und sich einen anderen Parkplatz zu suchen. Ihre Hinterlassenschaften zeugen von einer wahrlich außerordentlichen Fresspalette. Das Zeugs greift sogar den Lack an.
    Ärgerlich auch, dass sie das Amselnest im Vorgarten so lange im Auge behalten haben, bis die Jungen geschlüpft sind: Eier sind schwer transportierbar und Junge geben mehr Fleisch. All das wissen diese superschlauen Vögel.
    Auch, dass sie in meiner Vogeltränken-Badeanstalt trockenes Brot, Knochen (heute!) und anderes undefinierbares Zeug aufweichen, um es abzuholen, wenn es weich ist. Natürlich, um es zu verspeisen.
    Die können sogar zusammenhängend denken!

    1. Ja, diese verspielten Räuber … Wie die Jungvögel spielen, das hat übrigens mein Freund Fern Duvall – der sich über die bläuliche Färbung der Iris beim Jungvogel in seinem Kommentar so gefreut hat – in seiner Dissertation untersucht. Er hat um 1980 am Institut für Verhaltensbiologie der FU Berlin Nebelkrähen und Saatkrähen großgezogen und die Entwicklung ihres Spielverhaltens in den ersten Lebenswochen genau studiert. Seit langem arbeitet er auf Hawaii.
      Und was schrieb er zum Krähen-Spiel: „Forms without interpartner contact events were: Vestibular play including Sliding, Balancing-Swinging, an Hanging-Upside-Down play.“ Also es wurde gerutscht, herumbalanciert und kopfüber geschaukelt. Das Rutschen auf Autodächern war nicht dabei, obwohl es sicher ebenfalls das Gleichgewichtsorgan lustvoll stimuliert. Aber es stand ja auch kein Auto in der riesigen Voliere, in der die Vögel ihre ersten Lebenswochen verbrachten.

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