Alte Liebe

30. April 2017 | Große Vögel, Storchenleben | 2 Kommentare

Weiblicher Storch sitzt tief im Nest und brütet.

Der Horst ist wieder besetzt. Sicher von Tristan und Isolde!

Kürzlich war ich ja auf der Suche nach „meinem“ Storchenpaar aus dem Vorjahr, Tristan und Isolde getauft, und fand die beiden dann aber nicht auf dem Horst, den sie im letzten Jahr besetzt hatten. Da war ich froh im Nachbardorf anderes neues Glück zu entdecken. Und nun das: Tristan und Isolde sind zurück.

Wie schon erwähnt sind Störche im Prinzip standorttreu. Allerdings kann man nie ganz sicher sein, dass dieselben Vögel wieder ihren angestammten Platz besetzen, denn es kommt vor, dass ein Partner den Rückflug nicht übersteht. Dann gibt es entweder einen neuen Partner beziehungsweise eine Partnerin oder ein neues Paar. Aber ich gehe mal davon aus, dass hier wieder Tristan und Isolde Quartier bezogen haben.

Storch stolziert über eine grüne Wiese.

Auf Futtersuche

Ich war total begeistert als ich das Paar auf dem Horst sah und folgte Tristan so schnell es ging. Denn er rauschte gerade davon, als ich mein Auto parkte. Kurz darauf entdeckte ich ihn einige hundert Meter weiter, auf einer saftigen Wiese, die von Gräben gesäumt ist. Dort schlug er sich über eine Stunde lang den Magen voll.

Der Storch hat im Schnabel eine große Portion Pferdemist mit viel Heu.

Pferdemist fürs Storchennest

 

 

Als ich dann dachte, nun geht’s wohl zurück zu Isolde, da flog er knapp über mich hinweg und landete auf der anderen Seite der Straße. Dort traben nicht nur Pferde auf einer Weide, sondern es gibt auch einen großen Misthaufen in geringer Entfernung vom Pferdestall.

Ich war ganz verwundert, als Tristan sich von dort eine Portion Pferdemist holte. Von seinem Schnabel war kaum noch etwas zu sehen. Und dann transportierte er das Ganze – nachdem er es sich nochmals zurechtgelegt hatte – zum Horst.

Storch legt das Nistmaterial auf den Boden und nimmt es neu in den Schnabel auf.

Das Material wird nochmals neu geordnet. Vorher ließ sich damit nicht fliegen.

Oben angekommen verstaute Tristan die matschigen Halme im Geflecht der Zweige. Erst dann sah und hörte ich das begrüßende Klappern des Paares. Nicht einmal dafür erhob sich Isolde. Sie hält bereits die Eier warm.

Männlicher Storch mit Pferdemist im Schnabel steht auf dem Nest, während das weibliche Tier brütet.

Tristan bringt das Nistmaterial ins Nest, wo Isolde brütet. (Die Antennen sind weit genug weg!)

 

Weißstorch | Cigogne blanche | White stork | Ciconia ciconia

Liebe Fans meiner Fotos, ich freue mich, wenn euch das eine oder andere Foto so gefällt, dass ihr es von meiner Website herunterladen möchtet. Allerdings sind alle mit ©Copyright geschützt. Darum fragt mich bitte per E-Mail vor jedem Download. Elke Brüser

2 Kommentare

  1. Liebe Elke, die Fotos von Tristan sind toll!
    Eben las ich in der Zeitung über den „Problemstorch“ Ronny, der in Glambeck auf Autos und Fensterscheiben einhackt.
    Offensichtlich gibt es auch bei Störchen eine große Verhaltensvielfalt …

    Antworten
    • Danke Irma. Verhaltensvielfalt ist gut gesagt und lässt offen, was dahinter steckt. Ronny war schon letztes Jahr in der Presse, etwa beim Tagesspiegel als „Ronny Rotbein, der Rabauke“. Es ist übrigens erhellend zu lesen, wie unterschiedlich in Medien getitelt wird – auch in Sachen Storch. Aktuell finde ich zum Beispiel online bei Welt N24 tatsächlich den Titel „Terrorvogel in Glambeck: Storch Ronny …“. rbb-online.de ist angenehm zurückhaltend und titelt „Ein Dorf und sein Storch – Problemstorch Ronny hat …“. Und Merkur.de macht uns Hoffnung „Rüpelstorch-Storch Ronny ist zurück in Glambeck und wird bald Vater.“
      Leider ist der Rabauke verletzt – womöglich durh eine Kampf am Horst. Da wird wohl noch die ein oder andere Geschichte kommen.

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Du ahnst es vielleicht schon: Im Wort Birding steckt der englische „bird“. Unter Vogelfreunden ist das ein Schlagwort für die Beobachtung der gefiederten Tierwelt – im Feld, wie man so schön sagt. Also draußen. Ein paar Anmerkungen dazu findest du → hier.

Frau mit Fernglas beobachtet etwas in der Ferne

Mit Fernglas und Kamera auf Vogel-„Jagd“ zu gehen, ist mancherorts geradezu ein Sport und von Wetteifer geprägt. Ich halte aber wenig davon, möglichst viele und auch seltene Arten aufspüren zu wollen, um sie akribisch in Listen zu erfassen. Mein Ding ist: stehen bleiben, lauschen und schauen, was Tiere so treiben.

Textes en français

Si cela t’intéresse: Ma chère amie Annie Riou a traduit quelques articles du blog en français. Et depuis 2023 Juliette Rakei, étudiante de la zoologie à Berlin et bilingue, fait des traductions. Merci! Tu les trouves ici.

Vogel des Jahres

Zwei schwarz-weiße Vögel mit teils schillernden Flügeln stehen sich gegenüber, unter ihnen ein kleiner Jungvogel.

2024  Der Kiebitz

Zwei Braunkehlchen sitzen auf einer Distelblüte, es sind Männchen und Weibchen.

2023  Das Braunkehlchen

Ein Rotkehlchen hockt auf einem Ast und füttert mit einem Wurm, den es im Schnabel hält, einen Jungvogel.

2022  Der Wiedehopf

Wiedehopf mit gesträubter Haube - Ausschnitt aus einer Grafik im "Naumann" Bd.IV

2021  Das Rotkehlchen

Eine rosabrüstige Taube sitzt auf einem Ast und blickt mit ihrem roten Auge zu uns.

2020  Die Turteltaube

Vier Lerchenvögel, in der Mitte ein adultes männliches Tier mit kleiner Holle.

2019  Die Feldlerche

Männlicher und weiblicher Star im Frühjahr im Prachtkleid - mit weißen Tupfern auf schwarzem Grund - auf einen Zweig sitzend.

2018  Der Star

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2017  Der Waldkauz

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2016  Der Stieglitz

Seevogel des Jahres

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2024  Der Sterntaucher

Brandseeschwalbe mit schwarzem Schädel und Mähne steht auf einem Felsen am Meer.

2023  Die Brandseeschwalbe

Ein möwenartiger Vogel steht auf einem Felsstein im nordisch anmutenden Meer

2022  Der Eissturmvogel

Der Jahresseevogel 2021 als Zeichnung: Zwei Weißwangengänse mit weißer Stirn und weißer Kehle vor einem nordischen Meer mit steilen Felsen.

2021  Die Weißwangengans

Auf einem Felsvorsprung am Meer steht eine Fluss-Seeschwalbe mit deutlich schwarzer Schnabelspitze. Links eine Zwergseeschwalbe und hinter ihr eine Küstenseeschwalbe.

2020  Die Fluss-Seeschwalbe

Eine schwarzweiß gemusterte Eiderente mit pfirsichfarbener Brust paddelt mit den Füßen im grünlich Meerwasser.

2019  Die Eiderente

Drei Sandregenpfeifer stehen am Meeresstrand. Links das Weibchen, rechts ein blasser gefärbter Jungvogel und in der Mitte das Männchen auf einem Stein. Jungtier

2018  Der Sandregenpfeifer

Vier Eisenten hocken auf Steinen im Wasser: großes männliches Tier mit brauner Brust, helleres weibliches Tier und zwei ebenfalls helle Jungvögel.

2017  Die Eisente

Drei Basstölpel in verschiedenen Altersstufen: weißes Baby, dunkler Jungvogel und weißer Altvogel mit gelblichem Kopf.

2016  Der Basstölpel

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