Hotspots für die Vogelbeobachtung

25. September 2025 | Rund ums Birding, Vogelbücher | 2 Kommentare

Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland ist der Titel eines äußerst nützlichen Werks, das viele Menschen dabei unterstützen kann, Vögel in der Natur zu entdecken und beobachten. Es besteht aus zwei Bänden.
Band 1 enthält auf knapp 500 Seiten besonders relevante Orte in der nördlichen Hälfte von Deutschland. Es sind genau 104 Hotspots in den Bundesländern Bremen, Niedersachsen Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg.
Band 2 präsentiert auf gut 420 Seiten empfehlenswerte Beobachtungplätze im Süden Deutschlands. Es werden 87 solcher Hotspots vorgestellt, und zwar in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Was bieten die Bücher?

Die Zahl der pro Bundesland genannten Beobachtungsorte ist unterschiedlich groß und hängt naturgemäß von der Größe der Landesfläche ab. Außerdem hängt die Informationsdichte von dem langjährigen Engagement einzelner Ornithologen und Ornithologinnen vor Ort sowie ihrer jeweiligen Verbände ab, die sich vielfach ehrenamtlich um das Vogelleben und den Naturschutz in ihrer Region kümmern.

So kommt es, dass für das Saarland nur ein Beobachtungsplatz genannt wird, für Schleswig-Holstein sind es 29 und für Bayern sogar 39 sogenannte Hotspots. Oft liegen die ausführlich beschriebenen Orte in einem Vogelschutzgebiet und/oder in einem Natura 2000-Gebiet beziehungsweise in einem Landschaftsschutzgebiet.

Für jeden Hotspot wird zunächst die Landschaft beschrieben, ihre Geschichte und ihre Lebensräume für Tiere. Weiterhin erfahren wir, welche Vogelarten dort leben und zu welcher Jahreszeit diese jeweils mit großer Wahrscheinlichkeit zu sehen sind. Hilfreich ist eine Tabelle, die für jeden Hotspot darstellt, wann welche Art zu erwarten ist. Um den angenehmen Stil des Werkes wiederzugeben folgen zwei Zitate aus Die Plothener Teichlandschaft in Thüringen auf Seite 126:

Die Artenausstattung der einzelnen Teiche wechselt je nach Wasserstand. Gute Teiche für Enten und Lappentaucher sind der Speicher Plothen, der Hausteich, der mit 32 ha der größte Teich im Gebiet ist, und der Fürstenteich sowie an der Straße nach Knau der Moosteich und der Alte Teich.

Und weiter unten

Auch unter den Singvögeln gibt es typische Durchzügler. So wird man im April und August Blaukehlchen, im September Baum- und bis in den Winter hinein Wiesenpieper beobachten können. Während Wiesenschafstelzen im August und September ziehen, bleiben Bachstelzen, manchmal bis die Teiche zufrieren. Immer wieder finden seltene Durchzügler, wie Graubrust-Strandläufer oder Weißflügel-Seeschwalben den Weg nach Plothen.

Genaue Wegbeschreibungen

Detailliert werden anhand von eingefügten Landkarten die Möglichkeiten der Vogelbeobachtung beschrieben, d.h. welche Wege wohin führen: sei es auf eine interessante Anhöhe, zu einem Beobachtungsturm, an ein Flussufer, auf eine Wiese, zu einem Waldgebiet oder zu einzelnen Teichen in einer größeren Teichlandschaft.

Damit wir den empfohlenen Hotspot tatsächlich finden, ist sowohl die Anfahrt mit Bahn und Bus als auch mit dem Auto genau angegeben. Wichtige Adressen vor Ort nennen die Autoren der Vogelbücher ebenfalls, etwa Naturschutzzentren oder auch Ansprechpartner. Und natürlich finden wir in den Büchern auch die GPS-Daten für jeden Beobachtungsplatz.

Außerdem versorgt uns das Autorenteam mit Angaben zu einzelnen Sehenswürdigkeiten wie Kirchen oder Schlössern in der Nähe der ornithologischen Hotspots. Ergänzt wird jedes Kapitel durch Literatur.

Ein Schnäppchen

Darüberhinaus sind die beiden Bücher gespickt mit einladenden Fotos, die uns die eine oder andere Vogelart an den Beobachtungsplätzen vorstellen. Zusätzlich gibt es wunderbare Landschaftsaufnahmen, die Lust auf den beschriebenen Hotspot machen.

Die beiden Bände werden einzeln und als Paket verkauft. Sie sind ein Schnäppchen. Der Aula Verlag bietet den Doppelpack für 39.95 Euro an. Der einzelne Band kostet 26.95 Euro. Vor diesem Hintergrund spielt es wirklich keine Rolle, dass hier und da Druckfehlerchen auftauchen. Sicher werden sie bei der nächsten Ausgabe korrigiert sein. Und, wem schadet es schon, wenn die Wümmewiesen bei Bremen auch mal Wümmelwiesen heißen.

Den Autoren und Autorinnen sowie der Radaktion von der Vogelzeitschrift Der Falke muss gedankt werden, weil sie dieses Werk möglich gemacht haben. Es war sicher ein Kraftakt und ist für alle, die Vögel beobachten wollen, eine enorme Hilfe und große Freude.

Der Aula Verlag ermöglicht mit diesen Büchern vielen Vogelbegeisterten, in ihrer Umgebung und auf Reisen wichtige Hotspots zu entdecken. Der Vorgänger des Werkes, die  dreibändige Ausgabe Vögel beobachten in … Ostdeutschland, Norddeutschland und Süddeutschland, erschien zwischen 2007 und 2015 im Stuttgarter Kosmos Verlag und ist nicht mehr lieferbar. Verantwortlich für das ältere Werk Vögel beobachten in … waren übrigens teils dieselben Autoren wie im 2025 publizierten Werk Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland. Und neue Autoren sind hinzugekommen. Darunter sind auch Frauen, die mehr und mehr in der Ornithologie fußfassen.

Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland
Autor: Thomas Brandt, Cordula Jülich u.a.
Verlag: Aula Verlag
Jahr: 2025

Liebe Fans meiner Fotos, ich freue mich, wenn euch das eine oder andere Foto so gefällt, dass ihr es von meiner Website herunterladen möchtet. Allerdings sind alle mit ©Copyright geschützt. Darum fragt mich bitte per E-Mail vor jedem Download. Elke Brüser

2 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank für diese Buchvorstellung! Ich hatte mir die erwähnten Vorgängerbücher mühsam antiquarisch beschafft und war bereits von diesen Büchern begeistert.

    Jetzt freue ich mich auf dieses Doppelpack (soeben bestellt) und die Touren, die ich damit planen kann.

    Freundliche Grüße aus dem Schwarzwald

    Antworten
    • Das freut mich, zu lesen. Viel Erfolg und Freude bei den nächsten Touren!

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Vogelthema gesucht?

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5 von 842 Kommentaren

Alle sind vollständig unter dem zugehörigen Blogbeitrag zu lesen.

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Birding

Du ahnst es vielleicht schon: Im Wort Birding steckt der englische „bird“. Unter Vogelfreunden ist das ein Schlagwort für die Beobachtung der gefiederten Tierwelt – im Feld, wie man so schön sagt. Also draußen. Ein paar Anmerkungen dazu findest du → hier.

Frau mit Fernglas beobachtet etwas in der Ferne

Mit Fernglas und Kamera auf Vogel-„Jagd“ zu gehen, ist mancherorts geradezu ein Sport und von Wetteifer geprägt. Ich halte aber wenig davon, möglichst viele und auch seltene Arten aufspüren zu wollen, um sie akribisch in Listen zu erfassen. Mein Ding ist: stehen bleiben, lauschen und schauen, was Tiere so treiben.

Textes en français

Si cela t’intéresse: Ma chère amie Annie Riou a traduit quelques articles du blog en français. Et depuis 2023 Juliette Rakei, étudiante de la zoologie à Berlin et bilingue, fait des traductions. Merci! Tu les trouves ici.

Vogel des Jahres

Am Rand von Feldern, einem Teich und dörflicher Umgebung steht etwas erhöht ein grau-brauner hühnerartiger Vogel.

2026 Das Rebhuhn

Drei dunkle Hausrotschwänze in einer Grafik. Links der weibliche Vogel rechts davon der männliche, beide mit roten Schwanzfedern. Der männliche Vogel ist an weißen Federn am Kopf und auf den Flügeln zu erkennen. Ganz rechts auf der Grafik und neben den Eltern ein dunkelbraun-grauer Jungvogel.

2025 Der Hausrotschwanz

Zwei schwarz-weiße Vögel mit teils schillernden Flügeln stehen sich gegenüber, unter ihnen ein kleiner Jungvogel.

2024  Der Kiebitz

Zwei Braunkehlchen sitzen auf einer Distelblüte, es sind Männchen und Weibchen.

2023  Das Braunkehlchen

Ein Rotkehlchen hockt auf einem Ast und füttert mit einem Wurm, den es im Schnabel hält, einen Jungvogel.

2022  Das Rotkehlchen

Wiedehopf mit gesträubter Haube - Ausschnitt aus einer Grafik im "Naumann" Bd.IV

2021  Der Wiedehopf

Eine rosabrüstige Taube sitzt auf einem Ast und blickt mit ihrem roten Auge zu uns.

2020  Die Turteltaube

Vier Lerchenvögel, in der Mitte ein adultes männliches Tier mit kleiner Holle.

2019  Die Feldlerche

Männlicher und weiblicher Star im Frühjahr im Prachtkleid - mit weißen Tupfern auf schwarzem Grund - auf einen Zweig sitzend.

2018  Der Star

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2017  Der Waldkauz

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2016  Der Stieglitz

Seevogel des Jahres

Drei schwarzköpfige Möwen im sogenannten Prachtkleid oder Brutkleid. In der Mitte steht die Lachmöwe mit orangerotem Schnabel und ebensolchen Beinen.

2025  Die Lachmöve

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2024  Der Sterntaucher

Brandseeschwalbe mit schwarzem Schädel und Mähne steht auf einem Felsen am Meer.

2023  Die Brandseeschwalbe

Ein möwenartiger Vogel steht auf einem Felsstein im nordisch anmutenden Meer

2022  Der Eissturmvogel

Der Jahresseevogel 2021 als Zeichnung: Zwei Weißwangengänse mit weißer Stirn und weißer Kehle vor einem nordischen Meer mit steilen Felsen.

2021  Die Weißwangengans

Auf einem Felsvorsprung am Meer steht eine Fluss-Seeschwalbe mit deutlich schwarzer Schnabelspitze. Links eine Zwergseeschwalbe und hinter ihr eine Küstenseeschwalbe.

2020  Die Fluss-Seeschwalbe

Eine schwarzweiß gemusterte Eiderente mit pfirsichfarbener Brust paddelt mit den Füßen im grünlich Meerwasser.

2019  Die Eiderente

Drei Sandregenpfeifer stehen am Meeresstrand. Links das Weibchen, rechts ein blasser gefärbter Jungvogel und in der Mitte das Männchen auf einem Stein. Jungtier

2018  Der Sandregenpfeifer

Vier Eisenten hocken auf Steinen im Wasser: großes männliches Tier mit brauner Brust, helleres weibliches Tier und zwei ebenfalls helle Jungvögel.

2017  Die Eisente

Drei Basstölpel in verschiedenen Altersstufen: weißes Baby, dunkler Jungvogel und weißer Altvogel mit gelblichem Kopf.

2016  Der Basstölpel

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