Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland ist der Titel eines äußerst nützlichen Werks, das viele Menschen dabei unterstützen kann, Vögel in der Natur zu entdecken und beobachten. Es besteht aus zwei Bänden.
Band 1 enthält auf knapp 500 Seiten besonders relevante Orte in der nördlichen Hälfte von Deutschland. Es sind genau 104 Hotspots in den Bundesländern Bremen, Niedersachsen Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg.
Band 2 präsentiert auf gut 420 Seiten empfehlenswerte Beobachtungplätze im Süden Deutschlands. Es werden 87 solcher Hotspots vorgestellt, und zwar in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland.
Was bieten die Bücher?
Die Zahl der pro Bundesland genannten Beobachtungsorte ist unterschiedlich groß und hängt naturgemäß von der Größe der Landesfläche ab. Außerdem hängt die Informationsdichte von dem langjährigen Engagement einzelner Ornithologen und Ornithologinnen vor Ort sowie ihrer jeweiligen Verbände ab, die sich vielfach ehrenamtlich um das Vogelleben und den Naturschutz in ihrer Region kümmern.
So kommt es, dass für das Saarland nur ein Beobachtungsplatz genannt wird, für Schleswig-Holstein sind es 29 und für Bayern sogar 39 sogenannte Hotspots. Oft liegen die ausführlich beschriebenen Orte in einem Vogelschutzgebiet und/oder in einem Natura 2000-Gebiet beziehungsweise in einem Landschaftsschutzgebiet.
Für jeden Hotspot wird zunächst die Landschaft beschrieben, ihre Geschichte und ihre Lebensräume für Tiere. Weiterhin erfahren wir, welche Vogelarten dort leben und zu welcher Jahreszeit diese jeweils mit großer Wahrscheinlichkeit zu sehen sind. Hilfreich ist eine Tabelle, die für jeden Hotspot darstellt, wann welche Art zu erwarten ist. Um den angenehmen Stil des Werkes wiederzugeben folgen zwei Zitate aus Die Plothener Teichlandschaft in Thüringen auf Seite 126:
Die Artenausstattung der einzelnen Teiche wechselt je nach Wasserstand. Gute Teiche für Enten und Lappentaucher sind der Speicher Plothen, der Hausteich, der mit 32 ha der größte Teich im Gebiet ist, und der Fürstenteich sowie an der Straße nach Knau der Moosteich und der Alte Teich.
Und weiter unten
Auch unter den Singvögeln gibt es typische Durchzügler. So wird man im April und August Blaukehlchen, im September Baum- und bis in den Winter hinein Wiesenpieper beobachten können. Während Wiesenschafstelzen im August und September ziehen, bleiben Bachstelzen, manchmal bis die Teiche zufrieren. Immer wieder finden seltene Durchzügler, wie Graubrust-Strandläufer oder Weißflügel-Seeschwalben den Weg nach Plothen.
Genaue Wegbeschreibungen
Detailliert werden anhand von eingefügten Landkarten die Möglichkeiten der Vogelbeobachtung beschrieben, d.h. welche Wege wohin führen: sei es auf eine interessante Anhöhe, zu einem Beobachtungsturm, an ein Flussufer, auf eine Wiese, zu einem Waldgebiet oder zu einzelnen Teichen in einer größeren Teichlandschaft.
Damit wir den empfohlenen Hotspot tatsächlich finden, ist sowohl die Anfahrt mit Bahn und Bus als auch mit dem Auto genau angegeben. Wichtige Adressen vor Ort nennen die Autoren der Vogelbücher ebenfalls, etwa Naturschutzzentren oder auch Ansprechpartner. Und natürlich finden wir in den Büchern auch die GPS-Daten für jeden Beobachtungsplatz.
Außerdem versorgt uns das Autorenteam mit Angaben zu einzelnen Sehenswürdigkeiten wie Kirchen oder Schlössern in der Nähe der ornithologischen Hotspots. Ergänzt wird jedes Kapitel durch Literatur.
Ein Schnäppchen
Darüberhinaus sind die beiden Bücher gespickt mit einladenden Fotos, die uns die eine oder andere Vogelart an den Beobachtungsplätzen vorstellen. Zusätzlich gibt es wunderbare Landschaftsaufnahmen, die Lust auf den beschriebenen Hotspot machen.
Die beiden Bände werden einzeln und als Paket verkauft. Sie sind ein Schnäppchen. Der Aula Verlag bietet den Doppelpack für 39.95 Euro an. Der einzelne Band kostet 26.95 Euro. Vor diesem Hintergrund spielt es wirklich keine Rolle, dass hier und da Druckfehlerchen auftauchen. Sicher werden sie bei der nächsten Ausgabe korrigiert sein. Und, wem schadet es schon, wenn die Wümmewiesen bei Bremen auch mal Wümmelwiesen heißen.
Den Autoren und Autorinnen sowie der Radaktion von der Vogelzeitschrift Der Falke muss gedankt werden, weil sie dieses Werk möglich gemacht haben. Es war sicher ein Kraftakt und ist für alle, die Vögel beobachten wollen, eine enorme Hilfe und große Freude.
Der Aula Verlag ermöglicht mit diesen Büchern vielen Vogelbegeisterten, in ihrer Umgebung und auf Reisen wichtige Hotspots zu entdecken. Der Vorgänger des Werkes, die dreibändige Ausgabe Vögel beobachten in … Ostdeutschland, Norddeutschland und Süddeutschland, erschien zwischen 2007 und 2015 im Stuttgarter Kosmos Verlag und ist nicht mehr lieferbar. Verantwortlich für das ältere Werk Vögel beobachten in … waren übrigens teils dieselben Autoren wie im 2025 publizierten Werk Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland. Und neue Autoren sind hinzugekommen. Darunter sind auch Frauen, die mehr und mehr in der Ornithologie fußfassen.
Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland
Autor: Thomas Brandt, Cordula Jülich u.a.
Verlag: Aula Verlag
Jahr: 2025



























Vielen lieben Dank für diese Buchvorstellung! Ich hatte mir die erwähnten Vorgängerbücher mühsam antiquarisch beschafft und war bereits von diesen Büchern begeistert.
Jetzt freue ich mich auf dieses Doppelpack (soeben bestellt) und die Touren, die ich damit planen kann.
Freundliche Grüße aus dem Schwarzwald
Das freut mich, zu lesen. Viel Erfolg und Freude bei den nächsten Touren!