Verkürzte Zugroute

Sechs Kraniche fliegen am blauen Himmerl, einer fliegt außerhalb der Reihe.
 Kraniche in einer Reihe, einer schert aus.

Glücksmomente: Gerade flog eine große Schar Kraniche laut rufend über unser Haus. Es war allerdings schon dunkel, kurz vor 20 Uhr, und vor die Mondsichel hatten sich ein paar Wolken geschoben. Die lauten Flugrufe hört man vor allem bei schlechter Sicht und Dunkelheit, auch wenn die Vögel kreisen oder sich der Keil beziehungsweise die Schrägreihe neu formiert. Keiner soll verloren gehen … denn die Jungvögel aus diesem Jahr sind das erste Mal auf weiter Reise.

Auf einer Europakarte ist rot markiert, wie der Graue Kranich von Norddeutschland Richtung Südwesten zieht.
“Unsere” Kraniche nehmen die Westroute

Der Graue Kranich ist ab September auf dem Herbstzug. Und immer wieder fliegen im Herbst große oder kleine Gruppen, von der Ostsee oder den Fischteichen bei Linum kommend, auch über Berlin.

Aber ob dann Jung und Alt wirklich über Frankreich bis nach Spanien fliegen ist längst nicht mehr ausgemacht. Immer mehr der großen Vögel bleiben in Deutschland, machen höchstens bei Bedarf einen winterlichen Abstecher ins südliche Frankreich.

Durch mildes Klima und den Maisanbau, die wichtigste Futterpflanze der Zugvögel aus dem hohen Norden, kürzen sie die bisher übliche weite Flugstrecke bis Andalusien häufig ab. Darüber habe ich viel auf der 149. Jahrestagung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft in Stralsund erfahren. Rund 500 Vogelkundler hatten sich dort versammelt.

Und da die vogelbegeisterten “Ornis” aus der Schweiz, Österreich und ganz Deutschland natürlich alles über den Grauen Kranich in Mecklenburg-Vorpommern erfahren wollten, gab es eine Sonderfahrt zum Schlafplatz an der vorpommerschen Boddenküste nahe Pramort – auf der Halbinsel Zingst gelegen. Mehr zu den zwischen Land und Wasser pendelnden Kranichen findest du hier.

Grauer Kranich | Grue cendrée | Common crane | Grus grus

aktualisiert 03.09.2021



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Kommentar zu “Verkürzte Zugroute

  1. Auch am Großen Graben scheint ein Kranichpaar zu leben, das dort seßhaft geworden ist.
    Ich sehe sie jedes Jahr dort, auch im Sommer !! Im Winter ziehen sie vielleicht in die Rheinische Tiefebene, so die
    Auskunft von Nabu: viele würden gar nicht mehr ziehen und bleiben dort.

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