Verkürzte Zugroute

04. Oktober 2016 | Faszination Kranich, Wissenswertes | 1 Kommentar

Sechs Kraniche fliegen am blauen Himmerl, einer fliegt außerhalb der Reihe.

 Kraniche in einer Reihe, einer schert aus.

Glücksmomente: Gerade flog eine große Schar Kraniche laut rufend über unser Haus. Es war allerdings schon dunkel, kurz vor 20 Uhr, und vor die Mondsichel hatten sich ein paar Wolken geschoben. Die lauten Flugrufe hört man vor allem bei schlechter Sicht und Dunkelheit, auch wenn die Vögel kreisen oder sich der Keil beziehungsweise die Schrägreihe neu formiert. Keiner soll verloren gehen … denn die Jungvögel aus diesem Jahr sind das erste Mal auf weiter Reise.

Auf einer Europakarte ist rot markiert, wie der Graue Kranich von Norddeutschland Richtung Südwesten zieht.

„Unsere“ Kraniche nehmen die Westroute

Der Graue Kranich ist ab September auf dem Herbstzug. Und immer wieder fliegen im Herbst große oder kleine Gruppen, von der Ostsee oder den Fischteichen bei Linum kommend, auch über Berlin.

Aber ob dann Jung und Alt wirklich über Frankreich bis nach Spanien fliegen ist längst nicht mehr ausgemacht. Immer mehr der großen Vögel bleiben in Deutschland, machen höchstens bei Bedarf einen winterlichen Abstecher ins südliche Frankreich.

Durch mildes Klima und den Maisanbau, die wichtigste Futterpflanze der Zugvögel aus dem hohen Norden, kürzen sie die bisher übliche weite Flugstrecke bis Andalusien häufig ab. Darüber habe ich viel auf der 149. Jahrestagung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft in Stralsund erfahren. Rund 500 Vogelkundler hatten sich dort versammelt.

Und da die vogelbegeisterten „Ornis“ aus der Schweiz, Österreich und ganz Deutschland natürlich alles über den Grauen Kranich in Mecklenburg-Vorpommern erfahren wollten, gab es eine Sonderfahrt zum Schlafplatz an der vorpommerschen Boddenküste nahe Pramort – auf der Halbinsel Zingst gelegen. Mehr zu den zwischen Land und Wasser pendelnden Kranichen findest du hier.

Grauer Kranich | Grue cendrée | Common crane | Grus grus

aktualisiert 03.09.2021

Liebe Fans meiner Fotos, ich freue mich, wenn euch das eine oder andere Foto so gefällt, dass ihr es von meiner Website herunterladen möchtet. Allerdings sind alle mit ©Copyright geschützt. Darum fragt mich bitte per E-Mail vor jedem Download. Elke Brüser

1 Kommentar

  1. Auch am Großen Graben scheint ein Kranichpaar zu leben, das dort seßhaft geworden ist.
    Ich sehe sie jedes Jahr dort, auch im Sommer !! Im Winter ziehen sie vielleicht in die Rheinische Tiefebene, so die
    Auskunft von Nabu: viele würden gar nicht mehr ziehen und bleiben dort.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Abo-Werbung für den Blog "Flügelschlag und Leisetreter" mit einem Specht, ein Kunstwerk von M. Garff

Vogel gesucht?

Gut sortiert

5 von 749 Kommentaren

Alle sind vollständig unter dem zugehörigen Blogbeitrag zu lesen.

  • Daniela G. zu Waldohreulen: Vorhang auf!Liebe Elke, vielen Dank für den schönen Beitrag über die Waldohreulen. Ich wollte mich ein wenig informieren, denn wir haben seit zwei Wochen immer wieder bis zu 6 Gäste dieser Art im Garten. Sie sind…
  • Elke Brüser zu Sieben auf einen StreichLeider sind aus den sieben nun fünf Jungschwäne geworden. Aber wenn die alle durchkommen, wäre das auch schon ein schöner Erfolg für das Schwanenpaar und die Stadtnatur.
  • Wolfgang zu Sieben auf einen StreichSchöner Blogpost. Leben denn noch alle Jungschwäne?
  • Elke Brüser zu Schilderwald im NaturschutzDas ist natürlich durchaus eine möglich Sichtweise. Ich halte es grundsätzlich für wichtig, dass Menschen sich in der Natur und gegenüber den Lebewesen, die dort "wohnen", respektvoll verhalten. Mache…
  • Johannes Schumann zu Schilderwald im NaturschutzIch kann die Kritik nicht teilen. Das Problem ist doch nicht, dass es unterschiedliche Schilder gibt. Dass es ein Naturschutzgebiet ist, das ist aufgedruckt. Es sind keine Verkehrsschilder, bei denen…

Birding

Du ahnst es vielleicht schon: Im Wort Birding steckt der englische „bird“. Unter Vogelfreunden ist das ein Schlagwort für die Beobachtung der gefiederten Tierwelt – im Feld, wie man so schön sagt. Also draußen. Ein paar Anmerkungen dazu findest du → hier.

Frau mit Fernglas beobachtet etwas in der Ferne

Mit Fernglas und Kamera auf Vogel-„Jagd“ zu gehen, ist mancherorts geradezu ein Sport und von Wetteifer geprägt. Ich halte aber wenig davon, möglichst viele und auch seltene Arten aufspüren zu wollen, um sie akribisch in Listen zu erfassen. Mein Ding ist: stehen bleiben, lauschen und schauen, was Tiere so treiben.

Textes en français

Si cela t’intéresse: Ma chère amie Annie Riou a traduit quelques articles du blog en français. Et depuis 2023 Juliette Rakei, étudiante de la zoologie à Berlin et bilingue, fait des traductions. Merci! Tu les trouves ici.

Vogel des Jahres

Zwei schwarz-weiße Vögel mit teils schillernden Flügeln stehen sich gegenüber, unter ihnen ein kleiner Jungvogel.

2024  Der Kiebitz

Zwei Braunkehlchen sitzen auf einer Distelblüte, es sind Männchen und Weibchen.

2023  Das Braunkehlchen

Ein Rotkehlchen hockt auf einem Ast und füttert mit einem Wurm, den es im Schnabel hält, einen Jungvogel.

2022  Der Wiedehopf

Wiedehopf mit gesträubter Haube - Ausschnitt aus einer Grafik im "Naumann" Bd.IV

2021  Das Rotkehlchen

Eine rosabrüstige Taube sitzt auf einem Ast und blickt mit ihrem roten Auge zu uns.

2020  Die Turteltaube

Vier Lerchenvögel, in der Mitte ein adultes männliches Tier mit kleiner Holle.

2019  Die Feldlerche

Männlicher und weiblicher Star im Frühjahr im Prachtkleid - mit weißen Tupfern auf schwarzem Grund - auf einen Zweig sitzend.

2018  Der Star

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2017  Der Waldkauz

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2016  Der Stieglitz

Seevogel des Jahres

Ein Waldkauz sitzt auf einem Ast; kolorierte Zeichnung aus Brehms Tierleben.

2024  Der Sterntaucher

Brandseeschwalbe mit schwarzem Schädel und Mähne steht auf einem Felsen am Meer.

2023  Die Brandseeschwalbe

Ein möwenartiger Vogel steht auf einem Felsstein im nordisch anmutenden Meer

2022  Der Eissturmvogel

Der Jahresseevogel 2021 als Zeichnung: Zwei Weißwangengänse mit weißer Stirn und weißer Kehle vor einem nordischen Meer mit steilen Felsen.

2021  Die Weißwangengans

Auf einem Felsvorsprung am Meer steht eine Fluss-Seeschwalbe mit deutlich schwarzer Schnabelspitze. Links eine Zwergseeschwalbe und hinter ihr eine Küstenseeschwalbe.

2020  Die Fluss-Seeschwalbe

Eine schwarzweiß gemusterte Eiderente mit pfirsichfarbener Brust paddelt mit den Füßen im grünlich Meerwasser.

2019  Die Eiderente

Drei Sandregenpfeifer stehen am Meeresstrand. Links das Weibchen, rechts ein blasser gefärbter Jungvogel und in der Mitte das Männchen auf einem Stein. Jungtier

2018  Der Sandregenpfeifer

Vier Eisenten hocken auf Steinen im Wasser: großes männliches Tier mit brauner Brust, helleres weibliches Tier und zwei ebenfalls helle Jungvögel.

2017  Die Eisente

Drei Basstölpel in verschiedenen Altersstufen: weißes Baby, dunkler Jungvogel und weißer Altvogel mit gelblichem Kopf.

2016  Der Basstölpel

Cookie Consent mit Real Cookie Banner