Palmtaube im Oman

Palmtaube von der Seite, läuft auf dem Boden. Ihre rötliche Färbung im Kopfbereich, das bräunliche Gefieder sowie das dunkel gepunkte Halsbereich fallen auf.
Alfred E. Brehm: „licht weinrot, bräunlich überflogen … an den Seiten bläulichgrau gefärbt“

Heute entführe ich euch ein wenig in den Süden – in die Welt des Sultanats Oman. Dort, wie in vielen Ländern Afrikas und des Orients, lebt die Palmtaube – auch Senegaltaube genannt. Sie ist keine Rarität, aber ein hübscher und attraktiv rufender Vogel, der die Nähe des Menschen mag. Darum gilt die Art als „Kulturfolger“.

Was das Äußere angeht, hat Alfred E. Brehm die Sache wieder auf den Punkt gebracht und darum erneut ein Zitat aus der Zeit als Farbdrucke teuer waren und die Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte (Brehms Tierleben, Leipzig und Wien, 1900, Bd. V, Vögel Bd. 2, S. 420). Er schreibt über die Palmtaube, dass sie

nur 26 cm lang, licht weinrot, bräunlich überflogen, in der Steißgegend weiß, auf dem Mantel holzbraun, gelblichbraun gesäumt, auf Unterrücken und Bürzel in der Mitte düsterbraun, an den Seiten bläulichgrau gefärbt ist, und … (ihr) Halsband auf zimtrotem Grunde durch breite, schwarze Längs- oder Schaftstriche gezeichnet wird.

So ist es.

Palmtaube läuft zwischen größeren Steinen herum. Im Hintergrund erahnt man das Meer.
Futtersuche am steinigen Strandabschnitt

Die Palmtaube gehört wie noch 12 weitere Taubenarten zu den Turteltauben. Ihr Rufen erinnert ein wenig an lautes Lachen, weshalb die englischsprachige Fachliteratur von der „Laughing Dove“ spricht.

Diese Taube aus dem Orient, die nun meine Taubenschau ergänzt, sah ich am Meer, in den Bergen und in der Wüste des Omans.

Sie ist nicht auf einen bestimmten Lebensraum angewiesen, sondern tatsächlich weit verbreitet und überhaupt nicht gefährdet. (J. Eriksen & R. Victor, Oman Bird List, 2013, Sultan Qaboos University) Das ist doch mal eine gute Nachricht.

Die Stadtbewohnerin

Meeresstrand mit Sand und Steinen, im Hintergrund Hotels
Strand in Maskat unterhalb der Flaniermeile

An der Strandpromenade von Omans Hauptstadt Maskat ließ mich die Stadtbewohnerin relativ nah herankommen. Weil nachmittags und abends hier viele Omanis und einige Touristen flanieren, wundert das nicht. Sie suchte am Boden – was für sie typisch ist – nach Körnern, anderem pflanzlichen Futter und wohl auch nach Lebensmittelresten.

Palmtaube duckt sich nach unten, auf der Suche nach Futter.
Krümchen im Sand oder doch wieder nichts Schmackhaftes?

Die Wüstenbewohnerin

Nachdem wir das hohe Hajar-Gebirge hinter uns gelassen hatten, hörte ich morgens im Camp der Wahiba-Wüste wieder den Klang der Palmtaube.

Drei noch im schatten stehende Bäume vor einer Sanddüne, die bereits von der Sonne angestrahlt wird.
Sonnenaufgang in der Wahiba-Wüste

Bei Sonnenaufgang machte ich mich daher gleich auf die Suche, doch die Wüstenbewohnerin war ziemlich irritiert, als ich näher kam und flog davon. Womöglich wird in weiter abgelegenen Gegenden manchmal auf sie geschossen.

Vor den rosa-leuchtenden Sandd ist die Palmtaube in den Zweigen eines Baumes nur zu erahnen.m rosafarbenen
Girrende Palmtaube, die vor dem rosa-leuchtenden Hintergrund nur zu erahnen ist.

Was mir aber ganz besonders gefiel, das war, wie sie im Morgenlicht mit der Dünenlandschaft förmlich verschwamm. Ihre sanfte rötliche Gefiederfärbung und die vom Sonnenaufgang geröteten Sanddünen flossen ineinander. Das ergab eine Art Mimese – eine wirklich gelungene Tarnung durch Anpassung an die Umwelt.

Palmtaube | Tourterelle maillée | Laughing Dove | Spilopelia senegalensis

 


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